Landschaftspflegeverband
Projekte >> > Natur(a) 2000 2.0 >> --Stolpen
Projekt der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit für die
Umsetzung der EU-Naturschutzstrategie
Natura 2000 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

VIELFALT – WISSEN – NATUR(A) 2000 – Erfolgreich Wissen vermitteln und Verständnis sowie Beteiligung für den nachhaltigen Schutz bedrohter Landschaften in Natura 2000-Gebieten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erreichen

Öffentliche Infoveranstaltung

Natura 2000 Kostbar und Spannend Natur-
erlebnis Polenztal und Wesenitztal unterhalb Buschmühle

Was ist eigentlich Natura 2000? Was bedeutet Fauna-Flora-Habitat-Gebiet und Vogelschutzgebiet? Welche typischen und seltenen gewordenen, geschützten Tier- und Pflanzenarten gibt es unmittelbar vor meiner Haustür? Gibt es Beschränkungen für die Landbewirtschaftung und können wir unsere heimischen Naturschätze uneingeschränkt erleben? Was können wir gemeinsam tun, um diese wunderbare Naturvielfalt zu erhalten? Diese und weitere Fragen beantworten und diskutieren wir sehr gern in den insgesamt vier geplanten öffentlichen Bürgerveranstaltungen zu Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) in 2021. Fachkundige Referenten stellen Ihnen die Schutzgebiete vor, informieren zu besonders schützenswerten Arten und übermitteln interessante Fakten zu typischen Lebensräumen, sei es im Wald, auf Wiesen, an Felsen oder in und an Gewässern.

 Die dritte der vier öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Natura 2000 fand am 06. Oktober 2021 um 18:00 Uhr in der Kornkammer auf der Burg Stolpen statt.

Das wildromantische Polenztal hat dem naturbegeisterten Wanderer reizvolle Naturerlebnisse zu bieten. Gewaltige Taleinschnitte lassen die Felsen bis zu 200 m hochragen. Granit wechselt sich mit Sandstein ab. Die Polenz darf sich in der Aue mit weiten Wiesen frei entfalten. Im Frühjahr zeigen sich Millionen duftender, weißer Märzenbecherblüten. Der Biber, Fischotter und das seltene Bachneunauge finden hier ideale Lebensbedingungen.

Vom Hohwald bis zur Mündung in die Elbe prägt die Wesenitz das abwechslungsreiche Flusstal. Im Übergang zur Elbaue sind Reste bunt blühender Auwiesen mit Orchideen und dem größten Bestand der Grauen Kratzdistel in Sachsen erhalten geblieben. 12 Fledermausarten jagen in den urigen Laubmischwäldern. Die Auengewässer beherbergen eine reiche Amphibienfauna, Prachtlibellen schwirren umher und der Biber fühlt sich im dichten Auwald wohl.

Mit ihren bunten Mosaiken an Lebensräumen und einer Gesamtfläche von rund 371 ha gehören das Polenztal mit 476 ha und auch das Wesenitztal unterhalb Buschmühle als so genannte Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH-Gebiet) zum EU-weiten Schutzgebietsnetz „Natura 2000“.

Auch an diesem Abend begrüßte Frau Thume die Anwesenden zu Beginn der Veranstaltung ganz herzlich. Nach einer kurzen Vorstellung des Landschaftspflegeverbandes und des aktuellen Projektes zur Öffentlichkeitsarbeit Natura 2000 gab Frau Thume eine Einführung in das Thema Natura 2000, zum Werdegang des Entstehens dieses länderübergreifenden Schutzgebietsnetzes der Europäischen Union und beispielhaft zu einigen Lebensraumtypen, Tier- und Pflanzenarten.

Anschließend stellte die externe Referentin Steffi Hempel beide Gebiete näher vor. Mit Hilfe des umfangreichen Kartenmaterials in der Präsentation konnten die Teilnehmer genau sehen, wo die einzelnen Teilflächen liegen. Dies war natürlich besonders interessant für die Bürger aus der näheren Umgebung der FFH-Gebiete. Anhand von vielen Bildern erläuterte Frau Hempel anschaulich die Bedeutung und Lebensraumansprüche der dort vorkommenden typischen Tier- und Pflanzenarten in den LRT.

Matthias Opfermann, Mitarbeiter in der Unteren Naturschutzbehörde informierte zu den Aufgaben seiner Behörde u.a. bei der Umsetzung der Erhaltungsmaßnahmen aus den Managementplänen. Danach sprach Herr Steglich von der Agrargenossenschaft Wesenitztal zur Bewirtschaftung seiner Wiesenflächen im FFH-Gebiet „Wesenitztal unterhalb Buschmühle“. Anschließend traten die >Teilnehmer in eine interessante Diskussion ein. Es gab zum Beispiel Fragen zum Rückgang der Märzenbecherbestände, für die das Polenztal überregional bekannt ist. Thema waren auch die Neophyten und deren Bekämpfung sowie die Schäden an den Fichtenbeständen der Wälder durch den Borkenkäfer. Zu Letzterem antwortete Herr Noritzsch vom Staatsbetrieb Sachsenforst.

Mit insgesamt 30 Teilnehmern war auch dieser Abend wieder sehr erfolgreich.

Der Landschaftspflegeverband präsentierte zusätzlich wieder umfangreiche Infomaterialien, wie den Kalender Lebensräume 2022, den Kreativbogen für Kinder, die Buntstifte, Samenkarten und die Pflanzbleistifte, entstanden im o.g. Projekt für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit. Ergänzend lagen die ersten acht Gebietsflyer und verschiedene Publikationen des Freistaates Sachsen zum Mitnehmen bereit. Die Rollup unserer Wanderausstellung rundeten die Veranstaltung mit viel Details und Fakten zu einigen FFH-Gebieten aus dem Landkreis ab.

Rechtzeitig vor dem Veranstaltungstermin bewarben wir diese im Landkreisboten, den Gemeindeamtsblättern, in der Sächsische Zeitung, den Veranstaltungskalendern regionaler Partner und auf unserer eigenen Internetseite. Den neuen Facebook-Auftritt unseres sächsischen Landesverbandes konnten wir ebenfalls für eine größere Reichweite der Ankündigung nutzen.

 Ines Thume

07.10.2021