Landschaftspflegeverband
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Natur(a) 2000 lebendig –

Naturkundliche Führung durch das herbstlich bunte Müglitztal

 

Am Samstag, dem 06.10.2019 nahmen 17 naturbegeisterte Wanderer an der Führung in das FFH-Gebiet Müglitztal rund um Lauenstein teil.

Lebensader Müglitz und ein buntes Mosaik an Lebensräumen - Mit seiner immensen Ausdehnung vom Erzgebirgskamm bis zum Elbtal ist das reich strukturierte Müglitztal eines der reizvollsten Täler im Erzgebirge. Die karge Steinrückenlandschaft mit ausgedehnten Wiesenbereichen, die sich auf tschechischer Seite fortsetzen, Zeitzeugen des ehemaligen Zinnerz-Bergbaus und Waldhufendörfer charakterisieren die Oberläufe der Müglitz. Im Mittellauf dominieren steile Felsen, bewaldete Hänge artenreiche Wiesen und besiedelte Talsohlen den tiefen Taleinschnitt. Im unteren Abschnitt rahmen feuchte Hochstaudenfluren und Laubmischwälder die zum Teil naturfern ausgebaute Müglitz ein. Ein lebendiger Naturort.

Rund um Lauenstein, erwartete die Wandergruppe ein bunter Mix an Natur- und Kulturschätzen. Mit naturkundlichem Sachverstand und einem wachen Blick für historische Besonderheiten führte Borges Neubauer, ein ehrenamtliches Mitglied der Grünen Liga Osterzgebirge e.V., durch das Waldgebiet „Pavillon“ in das Tal zur Alten Schäferei. Weiter ging es über das Stadtzentrum mit seinem mittelalterlichen Schloss zum Borngässel. Über den Mühlsteig erreichten wir wieder das Tal. Auf diesem Rundgang genossen alle den tollen Blick auf die umliegenden Steinrückenlandschaft, auf die Lauensteiner „Holzäppelbäume“, auf magere Bergwiesen, das steile Tal mit seinem typischen Mittelgebirgsbach, auf hohe Felsen und einen zu dieser Zeit schon bunt leuchtenden Eichen-Hainbuchenwald. Danach nutzten einige aus der Gruppe noch die Möglichkeit, das Schloss Lauenstein mit seinen interessanten Ausstellungen und den Sortengarten alter Obstsorten der Grünen Liga Osterzgebirge e.V. zu besuchen. Es war eine rundherum gelungene Wanderung für die Teilnehmer mit vielen neuen Informationen zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Müglitztal. Diese, zum Teil in Lauenstein lebend, haben wiederum uns Organisatoren einiges bisher Unbekannte zur Geschichte der Gegend um Lauenstein erzählen können.

Alle waren sich einig - dies ist ein lebendiger, zu jeder Jahreszeit interessanter Teilbereich des Müglitztales.

Ines Thume

Projektkoordinatorin

Hier gab es Interssantes zum Wildapfel zu entdecken
Zuenftig ausgeruestete Wandersleute am Lauensteiner Pavillon
Extensive Schafbeweidung auf den Bergwiesen
Infoschild zu den typischen Steinruecken rund um Lauenstein
Blick auf Lauernstein und den gegenueberliegenden Mueglitzhang
Herr Neubauer stellte den Sortengarten mit Wildobstarten Am Schloss Lauenstein vor

Natur(a) 2000 magisch

Führung durch das Natur- und Wanderparadies Gimmlitztal

 

Am Samstag, 15.06.2019 nahmen 20 naturbegeisterte Wanderer an einer Führung in das Gimmlitztal, nahe Frauenstein teil und genossen damit ein besonderes Naturerlebnis.

Im wildromantischen Gimmlitztal ziehen sich entlang des munter fließenden Bächleins, artenreiche Berg- und Feuchtwiesen dahin. Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten haben hier noch ihren Lebensraum. Im Oberlauf der Gimmlitz sind einzigartige kalkbeeinflusste Wiesen und Niedermoore erhalten geblieben. Dunkle Fichtenwälder und lockere Auwälder rahmen das Tal ein. Das Gimmlitztal gehört mit einer Fläche von 218 ha als so genanntes FFH-Gebiet zum europaweiten Schutzgebietssystem „Natura 2000“.

Ines Thume vom LPV Sächsische Schweiz-Osterzgebirge e.V. begrüßte die Teilnehmer und informierte zu Beginn zu Natura 2000, den Lebensraumtypen im Tal und zur dringend notwendigen, regelmäßigen Pflege der Grünlandbereiche. Herr Dr. Knauthe vom Förder- und Naturverein Oberes Gimmlitztal e.V. führte die Gruppe auf einem kleinen Wanderpfad entlang bunter Berg-Mähwiesen, artenreicher Hochstaudenfluren und der naturnahen Gimmlitz von der Illingmühle bis zur Weicheltmühle. Botanische Raritäten, wie das Breitblättrige Knabenkraut, eine wildwachsende Orchidee, die Bach-Nelkenwurz und die tiefgelb blühende Arnika, begeisterten mit einem wahren Farbenrausch. Unter anderem geben das seltene Zittergras, die Kuckuckslichtnelke, der Bärwurz und der kleine Klappertopf den Bergwiesen ihr dort typisches Gesicht. Mädesüß, Kohl-Kratzdistel und Sumpfhornklee wachsen auf den feuchten bachnahen Flächen. Groppe und Bachneunauge besiedeln den klaren, sich durch die Wiesen schlängelnden Bach. Sehr anschaulich informierte Herr Dr. Knauthe zu den botanischen und faunistischen Besonderheiten des Tales, faszinierte mit detailreichem Wissen um die Historie und vor allem Mühlengeschichte entlang der Gimmlitz. Nach drei Stunden Marsch in schönster Sommerwärme und einer kurzen Rast an der liebevoll restaurierten Müllermühle erreichten die Wanderer wieder den Ausgangspunkt Illingmühle.

Alle waren sich einig- dies ist ein magischer, zu jeder Jahreszeit interessanter Naturort.

Ines Thume, Marion Grabs

Projektkoordinatoren